Was ist eine Kraftfeldgruppe
Eine Kraftfeldgruppe entsteht, wenn Menschen den Mut haben, sich selbst und einander wirklich zu begegnen – in aller Ungeschminktheit.
Damit das möglich wird, bauen wir gemeinsam einen Raum, in dem wir uns sicher und geborgen fühlen können. Einen Raum, der weit über eine Methode hinausgeht. Es geht nicht um Technik, sondern um Haltung, um Präsenz, um bewusstes Miteinander-Sein.
In diesem gemeinsamen Raum hat alles seinen Platz.
Alles darf ausgesprochen werden – ungefiltert, tastend, roh.
Sicherheit und Vertrauen werden nicht vorausgesetzt, sondern miteinander aufgebaut.
In dieser Form von Gegenwärtigkeit kann sich Wahrnehmung weiten.
Verbundenheit wird nicht gedacht, sondern erfahren.
Was dabei als tragend erlebt wird, ist eine Form innerer Anbindung – an sich selbst, an das entstehende Wir-Feld, an die Kraft, die uns alle leben lässt. Jede und jeder findet dafür eigene Worte: Gott, Göttlichkeit, Quelle des Lebens, Lebensstrom, das Große Ganze …
Die Kraftfeldgruppe „Der Schatz in uns“ ist eine Einladung, sich selbst und anderen in neuer Weise zu begegnen – und eine Rückbindung an das, was uns im Tiefsten ausmacht.
Wie alles begann
Wie sehr sich eine solche innere Rückbindung im Leben konkret auswirken kann, wurde mir nach der Veröffentlichung meines Romans
„Vom Leben reich beschenkt“ – autofiktionaler Roman (2020) deutlich.
Das Buch erschien inmitten der Corona-Pandemie. Bei einer der ersten Lesungen begann ich mit den Worten:
„Was für ein vollmundiger Titel – Vom Leben reich beschenkt – und das in unserer Zeit.“
Stehe ich noch hinter diesem Titel?
Ja, kam die Antwort aus vollem Herzen.
Gerade in einer Zeit allgemeiner Verunsicherung bekam der Titel seine eigentliche Bewährungsprobe. Sich reich beschenkt zu fühlen, wenn alles gut läuft, ist keine besondere Kunst. Die Frage ist, ob diese Haltung auch dann trägt, wenn äußere Sicherheiten wegbrechen.
Bei den Lesungen blieb immer wieder eine weitere Frage im Raum:
Kann man einen lebensbejahenden Umgang mit Tod und Schicksal erlernen?
Kann man lernen, mit sich in Frieden – ja vielleicht sogar glücklich – zu sein, selbst wenn die äußeren Gegebenheiten schmerzvoll und erschütternd sind?
Diese Frage führte mich zurück zu einer Erfahrung, die ich Jahre zuvor gemacht hatte – zu einer kleinen Gruppe, die sich aufgrund eines unfassbaren Ereignisses spontan zusammengefunden hatte. Dort hatte ich etwas erlebt, das ich zunächst für einen rein persönlichen Bewusstseinszustand hielt: eine Art Magie.
Im Rückblick verstand ich:
Es war nicht nur ein individueller Zustand.
Es war das Zusammenspiel eines wachen Einzelnen in einem offenen Feld.
Die Energie einer Gruppe kann tragen, verstärken, verwandeln.
Aus dieser Einsicht entstand 2021 eine Pilotgruppe. Wir experimentierten, suchten Formen, ließen uns von einer Zukunftsvision leiten – einer gemeinsamen Reise nach innen.
Die Gruppe wollte nicht enden.
Es folgten drei weitere Reisen mit neuen Mitreisenden, das Feld vertiefte sich, Rituale entstanden, Begegnungen wuchsen.
Ein Wendepunkt war die Eifeler Buchmesse 2023.
Ich las erneut aus meinem Roman – doch diesmal saßen sieben Teilnehmerinnen früherer Gruppen mit mir auf der Bühne. Sie erzählten von ihren eigenen Erfahrungen: von Verbundenheit, von der Kraft, von dem, was im gemeinsamen Feld möglich geworden war.
Es ging nicht ums Schreiben.
Es ging um Zeugenschaft.
Erst danach entstand das Projekt 2024.
Wir sieben Frauen waren bereit, unsere eigenen Geschichten aufzuschreiben – aus dem, was wir in dieser gemeinsamen Verbundenheit erfahren durften.
Nicht rückblickend aus der Distanz,
sondern aus dem jeweiligen Jetzt.
In diesem Prozess trugen wir einander. Während jede von uns lernte, freier über sich – auch über gut versteckte Wunden und Sehnsüchte – zu sprechen, wuchs auch in mir der Mut, über die autofiktionale Form meines Romans hinauszugehen und offen zu meiner eigenen Geschichte zu stehen.
Was als Experiment begonnen hatte, wurde zu einem gemeinsamen Werk.
Nicht geplant. Nicht kalkuliert.
Gewachsen.
Dafür bin ich allen Mitreisenden von Herzen dankbar.
